Ausgangslage
Finanzielle Entscheidungen werden komplexer, während die Verantwortung des Einzelnen für Vermögensaufbau und Altersvorsorge wächst. Gleichzeitig ist finanzielle Bildung in Deutschland ungleich verteilt. Ob Menschen Zugang zu verlässlichem Wissen haben, hängt zu oft von Elternhaus, Bildungsweg und Einkommen ab.
Unsere Position
- Finanzbildung ist Allgemeinbildung. Sie gehört verbindlich in die schulische Bildung und sollte praxisnah, unabhängig und fachübergreifend vermittelt werden.
- Lernen hört nicht mit der Schule auf. Erwachsene brauchen in allen Lebensphasen niedrigschwellige, verlässliche Bildungsangebote, insbesondere an Wendepunkten wie Berufseinstieg, Familiengründung oder Ruhestand.
- Unabhängigkeit sichert Vertrauen. Bildungsangebote müssen klar von Werbung und Vertrieb getrennt sein.
- Zugänglichkeit ist eine Gerechtigkeitsfrage. Angebote müssen auch Menschen erreichen, die wenig Zeit, wenig Vorwissen oder eingeschränkten Zugang zu digitalen Medien haben.
Begründung
Eine freie Gesellschaft setzt voraus, dass Menschen die Folgen ihrer Entscheidungen abschätzen können. Finanzielle Bildung stärkt Eigenverantwortung und schützt vor Überschuldung und Betrug. Sie verbessert zugleich die Funktionsfähigkeit der Märkte, weil informierte Nachfrage den Wettbewerb um gute Angebote stärkt. Finanzbildung ist damit ein Beitrag zur Chancengerechtigkeit und zur Stabilität der Sozialen Marktwirtschaft.