Was macht die Europäische Zentralbank?

Welchen Auftrag die EZB hat, mit welchen Instrumenten sie arbeitet und wie ihre Entscheidungen bei Krediten und Ersparnissen ankommen.

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Die Europäische Zentralbank, kurz EZB, mit Sitz in Frankfurt am Main ist für die Geldpolitik in den Ländern zuständig, die den Euro als Währung haben. Gemeinsam mit den nationalen Zentralbanken dieser Länder, in Deutschland der Deutschen Bundesbank, bildet sie das Eurosystem. Ihre Entscheidungen beeinflussen Zinsen für Kredite und Ersparnisse und damit den Alltag von Millionen Menschen.

Der Auftrag: stabile Preise

Das vorrangige Ziel der EZB ist nach Art. 127 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union die Gewährleistung der Preisstabilität. Die EZB versteht darunter eine Inflationsrate von zwei Prozent auf mittlere Sicht. Das Ziel ist symmetrisch: Eine dauerhaft zu niedrige Inflation gilt als ebenso unerwünscht wie eine zu hohe. Soweit die Preisstabilität nicht beeinträchtigt wird, unterstützt die EZB zudem die allgemeine Wirtschaftspolitik in der Union.

Die wichtigsten Instrumente

  • Leitzinsen: Die EZB legt fest, zu welchen Konditionen sich Banken bei der Zentralbank Geld leihen oder Geld dort anlegen können. Maßgeblich sind der Zinssatz für die Einlagefazilität, der Hauptrefinanzierungssatz und der Zinssatz für die Spitzenrefinanzierungsfazilität.
  • Wertpapierkäufe: Durch den Kauf oder Verkauf von Anleihen kann das Eurosystem die längerfristigen Zinsen beeinflussen.
  • Kommunikation: Erläuterungen zur künftigen Ausrichtung der Geldpolitik prägen die Erwartungen von Banken, Unternehmen und Haushalten.

Wie Entscheidungen bei Verbrauchern ankommen

Hebt die EZB die Leitzinsen an, verteuert sich in der Regel die Kreditaufnahme für Banken. Diese geben die höheren Kosten zeitverzögert an ihre Kundinnen und Kunden weiter, etwa bei Baufinanzierungen oder Ratenkrediten. Zugleich steigen häufig die Zinsen für Tagesgeld und Festgeld. Sinkende Leitzinsen wirken in die umgekehrte Richtung. Wie schnell und in welchem Umfang einzelne Banken Zinsänderungen weitergeben, entscheiden sie selbst.

Wer entscheidet

Die geldpolitischen Beschlüsse fasst der EZB-Rat. Ihm gehören die sechs Mitglieder des Direktoriums und die Präsidentinnen und Präsidenten der nationalen Zentralbanken des Euroraums an. Die EZB ist unabhängig: Weder Regierungen noch andere Institutionen dürfen ihr Weisungen erteilen.

Auf einen Blick

  • Die EZB steuert die Geldpolitik im Euroraum, gemeinsam mit den nationalen Zentralbanken.
  • Ihr Ziel ist eine Inflationsrate von zwei Prozent auf mittlere Sicht.
  • Leitzinsänderungen wirken zeitverzögert auf Kredit- und Sparzinsen.

Rechtsgrundlagen und Quellen

Stand: Oktober 2026

Hinweis zum Informationscharakter

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Der Zinssatz, zu dem sich Geschäftsbanken bei der Zentralbank Geld leihen oder dort anlegen können.