Inflation bezeichnet einen anhaltenden Anstieg des allgemeinen Preisniveaus. Steigen die Preise, können mit demselben Geldbetrag weniger Waren und Dienstleistungen gekauft werden. Die Kaufkraft des Geldes sinkt.
Wie Inflation gemessen wird
In Deutschland ermittelt das Statistische Bundesamt die Veränderung der Verbraucherpreise anhand eines repräsentativen Warenkorbs. Für den Euroraum veröffentlicht Eurostat den Harmonisierten Verbraucherpreisindex, an dem sich die Europäische Zentralbank orientiert. Die persönliche Inflation kann davon abweichen, weil jeder Haushalt anders konsumiert.
Nominal- und Realzins
Der Nominalzins ist der vereinbarte Zinssatz, etwa auf einem Tagesgeldkonto. Der Realzins ergibt sich vereinfacht, indem man die Inflationsrate vom Nominalzins abzieht. Liegt die Inflation über dem Zins, verliert das Ersparte trotz Zinsgutschrift an Kaufkraft. Der Realzins ist dann negativ.
Was die Geldpolitik damit zu tun hat
Die Europäische Zentralbank hat den Auftrag, die Preisstabilität im Euroraum zu gewährleisten. Sie strebt mittelfristig eine Inflationsrate von zwei Prozent an. Ihr wichtigstes Instrument sind die Leitzinsen. Steigen sie, verteuern sich Kredite und Sparen wird attraktiver, was die Nachfrage dämpfen und die Inflation senken kann.
Bedeutung für private Haushalte
Inflation betrifft nicht nur Ersparnisse, sondern auch Einkommen, Mieten und Verträge. Bei langfristigen Planungen wie der Altersvorsorge lohnt es sich, mit realen statt mit nominalen Werten zu rechnen. Ein Betrag, der heute angemessen erscheint, wird in 30 Jahren eine deutlich geringere Kaufkraft haben.
Auf einen Blick
- Inflation senkt die Kaufkraft des Geldes.
- Für Ersparnisse ist der Realzins entscheidend.
- Langfristige Planungen sollten die Inflation berücksichtigen.