Die finanzielle Reserve: Warum der Notgroschen am Anfang steht

Warum eine Rücklage für unerwartete Ausgaben die Grundlage jeder Finanzplanung ist, wie groß sie sein kann und wo sie sinnvoll aufbewahrt wird.

Eine kaputte Waschmaschine, eine Nachzahlung für Nebenkosten, eine Reparatur am Auto: Unerwartete Ausgaben gehören zum Leben. Wer dafür eine finanzielle Reserve hat, muss weder den Dispositionskredit in Anspruch nehmen noch Geldanlagen zu einem ungünstigen Zeitpunkt auflösen. Deshalb steht die Reserve, oft auch Notgroschen genannt, am Anfang jeder Finanzplanung.

Wie groß die Reserve sein sollte

Eine allgemein gültige Zahl gibt es nicht. Häufig genannt wird als Orientierung ein Betrag von drei bis sechs Monatsausgaben. Entscheidend sind die persönlichen Umstände: Wer ein schwankendes Einkommen hat, selbstständig arbeitet, Kinder versorgt oder ein älteres Auto fährt, braucht eher eine größere Reserve. Grundlage für die Berechnung sind die tatsächlichen monatlichen Ausgaben, nicht das Einkommen.

Wo die Reserve liegen sollte

Die Reserve muss kurzfristig verfügbar und vor Wertschwankungen geschützt sein. Geeignet sind deshalb vor allem Tagesgeldkonten und das Girokonto. Für Guthaben bei Banken in der Europäischen Union gilt die gesetzliche Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro je Person und Bank. Wertpapiere eignen sich nicht als Reserve, weil ihr Kurs genau dann niedrig sein kann, wenn das Geld gebraucht wird.

Schritt für Schritt aufbauen

  1. Monatliche Ausgaben ermitteln, etwa mit einem Haushaltsbuch.
  2. Einen Zielbetrag festlegen, der zur eigenen Lebenssituation passt.
  3. Einen festen Betrag per Dauerauftrag direkt nach dem Gehaltseingang auf ein separates Konto übertragen.
  4. Die Reserve nach einer Entnahme wieder auffüllen, bevor andere Sparziele weiterverfolgt werden.

Bestehen teure Schulden, etwa im Dispositionskredit, ist deren Abbau häufig vorrangig, weil die Zinsen dort meist deutlich höher sind als die Zinsen auf Guthaben. Eine kleine Reserve für echte Notfälle bleibt dennoch sinnvoll.

Auf einen Blick

  • Die Reserve deckt unerwartete Ausgaben, ohne Kredite oder Notverkäufe.
  • Als Orientierung gelten drei bis sechs Monatsausgaben, je nach Lebenslage.
  • Tagesgeld und Girokonto eignen sich, Wertpapiere nicht.

Hinweis zum Informationscharakter

Die Inhalte der Deutschen Finanzhilfe e.V. dienen der allgemeinen Verbraucherbildung und Information. Sie stellen keine individuelle Anlage-, Rechts-, Steuer- oder Versicherungsberatung dar und ersetzen keine Beratung durch hierzu befugte Stellen. Mehr zu unseren Leistungsgrenzen

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