Bei jeder Geldanlage fallen Kosten an. Sie sind oft unscheinbar, weil sie als kleiner Prozentsatz ausgewiesen werden. Über lange Zeiträume haben sie aber einen erheblichen Einfluss auf das Ergebnis, denn sie verringern nicht nur den Ertrag eines Jahres, sondern auch die Basis, auf der sich künftige Erträge aufbauen.
Welche Kosten es gibt
- Einmalige Kosten: etwa ein Ausgabeaufschlag beim Kauf von Fondsanteilen, Abschlusskosten bei Versicherungsprodukten oder Ordergebühren beim Kauf und Verkauf von Wertpapieren.
- Laufende Kosten: etwa die Verwaltungsvergütung eines Fonds, oft als laufende Kosten oder TER ausgewiesen, sowie Depotgebühren.
- Transaktionskosten innerhalb eines Produkts: Kosten, die entstehen, wenn ein Fonds selbst Wertpapiere kauft und verkauft.
- Kosten der Beratung oder Vermittlung: als Honorar oder als Provision, die im Produktpreis enthalten ist.
Ein Rechenbeispiel
Angenommen, 10.000 Euro werden einmalig für 30 Jahre angelegt. Erzielt die Anlage vor Kosten fünf Prozent pro Jahr und fallen keine Kosten an, wächst das Kapital auf rund 43.219 Euro. Mindern laufende Kosten von einem Prozentpunkt die jährliche Rendite auf vier Prozent, sind es nach 30 Jahren rund 32.434 Euro. Der Unterschied beträgt rund 10.785 Euro, also mehr als der ursprünglich angelegte Betrag. Das Beispiel ist vereinfacht und berücksichtigt weder Steuern noch Inflation oder Schwankungen.
Wo Sie Kosten finden
Anbieter müssen Kosten vor dem Abschluss offenlegen. Für viele Anlageprodukte gibt es ein standardisiertes Basisinformationsblatt, das die Kosten und ihre Wirkung auf die Rendite darstellt. Wertpapierdienstleister müssen außerdem vorab über alle Kosten und Nebenkosten informieren und einmal jährlich eine Aufstellung der tatsächlich angefallenen Kosten übermitteln. Diese Unterlagen sind die verlässlichste Grundlage für einen Vergleich.
Worauf es ankommt
Niedrige Kosten sind kein Qualitätsmerkmal an sich, und hohe Kosten können im Einzelfall durch eine Leistung gerechtfertigt sein. Entscheidend ist, dass Kosten bekannt sind und bewusst in die Entscheidung einfließen. Wer zwei vergleichbare Produkte betrachtet, sollte die Gesamtkosten über die geplante Anlagedauer vergleichen und nicht nur einzelne Posten.
Auf einen Blick
- Kosten wirken über die gesamte Laufzeit und mindern den Zinseszinseffekt.
- Schon ein Prozentpunkt laufender Kosten kann über Jahrzehnte einen großen Teil des Ertrags ausmachen.
- Basisinformationsblatt und Kosteninformationen des Anbieters ermöglichen den Vergleich.
Rechtsgrundlagen und Quellen
- § 63 Abs. 7 Wertpapierhandelsgesetz (Kosteninformation)
- Verordnung (EU) Nr. 1286/2014 über Basisinformationsblätter (PRIIP)
Stand: Oktober 2026